Jobwechsel Angst

Das Einzige, das dich an deinem alten Job hängen lässt – und wie du es überwindest

Es ist 2016. Du bist zurück im (Büro-)Sattel. Sei ehrlich: Wie fühlt es sich für dich an?

Trübe Augen. Hängende Schultern. Furcht vor dem Gedanken, ein weiteres Jahr in diesem Job zu hängen. Hört sich das vertraut an?

Aber keine Sorge, denn du hast bereits Vorsätze für’s neue Jahr gemacht, richtig? Einer davon: einen neuen Job dieses Jahr zu bekommen. Du bist bereit für einen Wechsel. Du hast deinen Lebenslauf entstaubt, ein paar tiefe Atemzüge genommen und du bist äusserst zuversichtlich, dass du deinen aktuellen Job schon bald weiter hinter dir lässt.

Es sei denn…

Könnte gut sein, dass du in genau einem Jahr immer noch auf der Stelle trittst.
Trotz der großen Pläne. Trotz des Lebenslauf-Updates. Trotz, dass du feierlich erklärt hast, dass dies definitiv das Jahr des neuen Jobs sei.

Willst du wissen, warum?

Es lässt sich auf eine simple Erklärung zurückführen: Angst.

Angst vor dem Unbekannten: „Was ist, wenn ich keinen Job finde, den ich wirklich mag?“

Angst zu Scheitern: „Was ist, wenn ich etwas Neues ausprobiere und ich komplett schlecht darin bin?“

Ängste rund um Geld: „Was ist, wenn ich einen neuen Job annehme, sie feuern mich und ich ende pleite, obdachlos oder auf Tante Brigitte’s Couch?“

Angst hält dich gefangen.

Klar, sich gegen die Biologie – und Angst ist nichts anderes als eine biologische Reaktion, um uns in riskanten Situationen am Leben zu halten – zu stellen, ist ein echt harter Kampf.

Jobs zu wechseln ist riskant, weil es unseren Überlebenstrieb bedroht.

Also, wenn du dich selbst dabei ertappst, wie du im großen Stil prokrastinierst, Networking ablehnst, beiläufig XING-Job-Angebote wegklickst oder irgendetwas anders tust, als deinen Lebenslauf auf Vordermann zu bringen, ist das ein relativ sicheres Zeichen dafür, dass du Angst hast.

Aber nur, weil du dich ängstlich fühlst, muss dich das nicht bremsen.

Ehrlichgesagt kann das sogar eine gute Sache sein, weil das bedeutet, dass du nahe an einem Wandel bist. Und wenn du einen neuen Job will, wird es definitiv ein Wandel für dich sein. Hier ist ein Ausblick darauf, wie man diesen Wandel gut durchlebt:

Wie man die Angst hinter sich lässt

Während wir anfällig für viele Ängste sind, gibt es normalerweise eine, die an vorderster Front steht. Somit ist dein erster Schritt, herauszufinden, wovor du am meisten Angst hast.

Bist du:

  1. Besorgt über Geld, wenn du den Job wechselst?
  2. Besorgt darüber, die Routine oder die Arbeiten, die du kennst, hinter dir lassen zu müssen?
  3. Besorgt darüber, in eine neue Position einzusteigen und keinen Erfolg in ihm zu haben?

Denke darüber nach und schreibe genau auf, was dich panisch macht. Dann nimm einen tiefen Atemzug. Nimm noch einen. Sehr gut! Atmen ist hilfreich – es hält dich nicht nur am Leben (was sogar sehr hilfreich ist), sondern es versorgt dein Gehirn mit Sauerstoff. Wenn man ängstlich ist, tendiert man dazu, schnelle, flache Atemzüge zu nehmen, was einen um Sauerstoff beraubt. Überhaupt nicht gut! Wenn du aber langsamer machst und anfängst tiefe Atemzüge durch deinen Bauch zu nehmen, versorgst du dein Hirn mit mehr Sauerstoff und kannst besser denken. Besser denken zu können ist immer nützlich, wenn es darum geht, einen Wandel durchzumachen.

OK, jetzt wo du ein paar tiefe Atemzüge genommen hast, wirf einen Blick auf deine Antwort. Wenn dein bester Freund / deine beste Freundin zu dir käme und diese Antwort mit dir teilen würde, welchen ratschlag würdest du ihm / ihr geben?

Los geht’s, schreib‘ das auf!

Jetzt denke an die smarteste Person, die du kennst: Welchen Rat würde er oder sie deinem Freund / deiner Freundin geben? Sei ganz frei, deinen inneren Domian zu aktivieren.

Schreib‘ das auch auf!

Nimm einen weiteren tiefen Atemzug und ließ, was du geschrieben hast. Nicht schlecht, oder?

Vielleicht solltest du genau diesen Ratschlag beherzigen. Bestimme einen kleinen Schritt (egal, wie klein), den du innerhalb von 24 Stunden angehen kannst und mach‘ es einfach. Lies einen Blog, telefoniere mit einem Freund, registriere dich für ein Programm, recherchiere etwas Neues, ganz egal was es ist. Aktion ist der größte Feind von Angst. Nachdem du den ersten Schritt gegangen bist, gehe den nächsten – und den nächsten, bis du zurückschauen kannst und siehst, dass alle deine Babyschritte zu einen tatsächlichen Wandel geführt haben. Passe – wenn erforderlich – deinen Terminplan an (besser eine Aufgabe pro Woche als eine jeden Tag), aber bleib‘ dran. Jedes Mal, wenn du einen weitere Aufgabe von der Liste streichst, kommst du weiter weg von diesem Gefühl, dass du das nicht könntest. Unter uns: Du kannst das!

Das Schlimmste daran, in Angst zu leben, ist dass sich deine Angst von selbst vergrößert. Sie schaut dir in einer bedrohenden Art über die Schulter. Der beste Weg, sie hinter sich zu lassen, ist, sich über den Kern des Problems bewusst zu werden, so dass man einen Aktionsplan entwickeln kann, um sich weiterzuentwickeln.

 

admin